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Horchi01

Gerhard Horchheimer

 
Neckargemünd-Rainbach

geb. 1947 Rainbach

 

 
 
Hobbys:
Zinnfiguren - Zinngießen
Büttenreden bei der NKG
Schütze (Vorderlader) beim SSV Dilsberg
Dorfwaibel bei den Dilsberger Nachtwächtern

 
Die Zinnfiguren sind Verbindung zwischen Kunst und Kind. Sie schildern alle Zeiten.
"Sinnvoll mit Liebe aufgestellt, zeigt das im Kleinem große Welt."
(Joachim Ringelnatz)

 
Die Begeisterung für die Zinnfigur finden wir auch bei den deutschen Dichtern wie: Goethe, E. T. A. Hoffmann, Nikolaus Lenau , Joachim Ringelnatz und dem dänische Märchendichter Christian Andersen.

Gerhard Horchheimer betreibt sein Hobby "Zinnfiguren" seit ca. 25 Jahren. Er wird immer wieder durch Eindrücke inspiriert, die er in seinem Umfeld und der Gemeinde sammelt und diese in neuen Ideen und Motiven in Zinn verwirklicht. So entstanden z.B. der Musikzug Dilsberg und die Dilsberger Nachtwächter. Nach exakten Studien von Originaltrachten und Uniformen, werden dann die Figuren bemalt, kurz: Es muss alles stimmen!

So wie unsere Kinder heute mit den Figuren von Playmobil spielen, so spielten Generationen vor ihnen mit den Zinnfiguren. Das Weltgeschehen wurde in die Wohnstuben geholt, Fantasie und Kreativität ließen "richtige Welten" entstehen. In kindlich naiver Weise näherte man sich dem Geschehen der Vergangenheit und Geschichte wurde plötzlich begreifbar. Dabei war es zunächst völlig unerheblich, ob Cowboyleben, Seeräuberüberfall, Burgerstürmung getreu den historischen Überlieferungen erlebt wurde, vielmehr war der Umgang mit den Figuren selbst schon ein Erlebnis. Durch eigenes Erleben konnte sich das Kind ein Bild machen und so zum "Verständnis der Dinge kommen".
Eine größere Verbreitung erlebte die flache Zinnfigur am Anfang des 18. Jahrhunderts. Allerdings waren diese Figuren meist sehr steif und ungelenk graviert. Wichtig war den Herstellern, dass die Figuren zum aktuellen Geschehen ausgeliefert werden konnten. Denn so war man in der Lage, die Ereignisse auf den Schlachtfeldern in der eigenen Wohnstube nachzustellen. Besonders die Kriegszüge Friedrich des Großen und die Napoleons sorgten für einen gewaltigen Aufschwung in der Produktion von Zinnsoldaten. 
Quelle: http://www.zinnfiguren-burgdorf.de

 

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Die Formen werden mit einem Gleitmittel (Talkumpuder) bestrichen, um den Zinnfluss zu begünstigen
und das Bilden von Lunkern (Löcher) zu vermeiden. Nach einem kurzen Abkühlen ist der Rohling fertig
und muss dann entgratet, nachgearbeitet und verfeinert werden.
 

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Zinn schmilzt bei 232o C, Blei bei 327o C. Jedes dieser Metalle ist für sich alleine genommen unbrauchbar,
deshalb verwendet man im Figurenguss eine geeignete Zinn-Blei-Legierung,
nach Bedarf mit Beimischungen von Antimon (Sb) und Wismut (Bi).
Der Zinnanteil ist bei den meisten Legierungen kleiner als 25% und der Schmelzpunkt liegt bei ca. 180 o
C
 

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Die überwiegende Zahl der modernen Figuren werden im 30-mm-Format gegossen, genannt die "Kieler Größe".
Die Zahl 30 mm gibt die Scheitelhöhe eines normalen Mannes an, dies ist ein Verkleinerungsmaßstab von etwa 1:60
Gerhard Horchheimer bevorzugt bei seinen Figuren jedoch das 50-mm-Format.
 

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Der Dilsberger Musikzug wurde komplett von Gerhard Horchheimer nachgebildet.
 

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Ihre bunten Uniformen erhalten die Zinnfiguren durch eine Emailfarbe,
die mit einem dünnen Marderhaarpinsel aufgetragen wird.
 

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Die drei Fahnenträger sind Nachbildungen von Dilsberger Vereinen:
v.l. Sportschützenverein 1973, Kyffhäuser-Kameradschaft 1878, Turnerbund 1909
 

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"Hört Ihr Leut und laßt Euch sagen ....." - die Dilsberger Nachtwächter
 

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Ein großes Anliegen war es Gerhard Horchheimer,
da er selbst seit 1976 1. Dorfwaibel (Mitte) bei den Dilsberger Nachtwächter ist,
diese in Zinn zu gießen und zu gestalten.
 

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Aber auch die gebräuchlichsten Formen, Zinnsoldaten mit ihren Waffen
nach geschichtlichen Hintergründen nachzubilden, sind für ihn kein Problem.
 

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Größere Aufstellungen von Zinnfiguren findet man vor allem in Form großer Schlachtdarstellungen aus dem 17. und 18. Jahrhundert und ähnlicher Massenszenen. Aus räumlichen Gründen sind Entfernungen und Mannschaftsstärken auf ein erträgliches Maß reduziert. Besonders die Kriegszüge Friedrich des Großen und die Napoleons sorgten für einen gewaltigen Aufschwung in der Produktion von Zinnsoldaten.
 

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Auch die sogenannten Flachfiguren haben ihren Reiz, wie hier die etwa 10 cm großen modernen Weihnachtmotive.


Alle abgebildeten Figuren sind Originale von Gerhard Horchheimer, Dilsberg.
Text und Bilder: Burkhard Zantopp