Gottesdienst mal anders: Zwei Pfarrerinnen und eine Eiskönigin

Pfarrerin Franziska Schmidt stellte sich in Dilsberg vor – sie übernimmt ab Juli die Dilsberger Gemeinde

Dieser Gottesdienst war in vielerlei Hinsicht besonders. „Wir haben heute volles Programm“, kündigte Michaela Deichl der Gemeinde an. Neben der Predigtreihe „Filmpredigten“, der Dilsberger Kirchencombo und dem Abendmahl stellte sich Pfarrerin Franziska Schmidt vor. Sie wird Nachfolgerin von Michaela Deichl, deren Amtszeit im Juli endet. Bereits Ende Januar hatte Franziska Schmitt den Dilsberger Ältestenkreis bei Einkehrtagen in Bad Urach kennengelernt. Dort entstand die Idee für diesen gemeinsamen Gottesdienst – diesmal mit „Zwei statt Einer“. Das passte perfekt zum Film „Die Eiskönigin“, der die Grundlage für die Predigt bildete. Denn auch hier geht es um zwei Frauen.

Die Dilsberger Kirchencombo, geleitet von Markus Gaa, sang drei Lieder aus dem blauen Gesangbuch. Einige Gottesdienstbesucher lernen die neuen Lieder leichter, wenn die Combo sie vorsingt. Gelegentlich greift Michaela Deichl zur Gitarre und begleitet die Lieder mit Markus Gaa am Piano. An der Orgel verwöhnte Sunghye Moon mit ihren Klängen bei weiteren Stücken.

„Vogelgezwitscher und Sonnenschein machen unsere Herzen weit!“, begann Michaela Deichl. Um weite Herzen geht es auch im Märchen „Die Eiskönigin“.

Es erzählt von den Schwestern Elsa und Anna. Elsa, die Ältere, besitzt die Gabe, Eis und Schnee zu erschaffen. Anfangs als Wunder bestaunt, wird ihre Fähigkeit bald zur Bürde. Beim Spielen verletzt sie Anna versehentlich. Nur die Trolle können das Mädchen retten, indem sie den Eissplitter entfernen. Von da an muss Elsa ihre Kraft verbergen, darf nicht mehr mit Anna spielen und verschließt ihr Herz. Anna versteht das nicht, gibt aber nicht auf und sucht immer wieder die Nähe ihrer Schwester.

Nachdem die Eltern auf einer Reise ums Leben kommen, soll Elsa zur Königin gekrönt werden, doch es geschieht ein Unglück. Doch bei der Zeremonie verliert sie die Kontrolle über ihre Kräfte und stürzt das Land in einen ewigen Winter. Sie flieht in die Berge und lebt allein in einem Eispalast. Anna macht sich auf die Suche nach ihr. Unterwegs trifft sie Christoph, sein Rentier Sven und den Schneemann Olaf. Gemeinsam finden sie Elsa. Doch der Prinz Hans, der sich als Bösewicht entpuppt, nimmt Elsa gefangen. Als sie sich wehrt, verletzt sie Anna erneut – diesmal trifft ein Eissplitter Annas Herz. Nur ein Akt wahrer Liebe kann sie retten.

Anna befreit sich aus Hans’ Gefangenschaft, der das Land für sich beanspruchen will, und opfert sich für Elsa. Zu Eis erstarrt, löst sie schließlich Elsas Erkenntnis aus: die bedingungslose Liebe ihrer Schwester. Diese Einsicht rettet Anna und zeigt Elsa, wie sie das Eis schmelzen kann. „Das ist auch die Kraft und der Kern der Geschichte von Jesus“, schloss Michaela Deichl die Predigt.

Nach dem Abendmahl stellte sich Franziska Schmidt der Gemeinde vor. Schon zu Beginn des Gottesdienstes hatte sie ein begeisterter Applaus empfangen.

Sie freute sich riesig und erzählte, dass sie aus Ludwigshafen stammt, also ein echtes Pfälzer Mädel ist. Ihr Studium absolvierte sie in Heidelberg und Montpellier. Die 28-jährige wohnt mit ihrem Mann in Wiesenbach, wo sie die Pfarrstelle letztes Jahr übernahm. Auch Waldhilsbach gehört zu ihrem Wirkungsbereich.

„Ich freue mich auf alles, was kommt“, sagte sie. Den drei Gemeinden möchte sie gerecht werden und die anstehenden Veränderungen gemeinsam „wuppen“. Mit ihrer fröhlichen und einfühlsamen Art ließ sie keinen Zweifel daran, dass gute Lösungen gelingen werden.

Nach dem Gottesdienst versammelten sich Pfarrerinnen und Gemeinde auf der Kirchenterrasse, wo der Förderverein der evangelischen Kirche Kaffee und Kekse anbot. Schöne Aussichten, nicht nur für den Sonntag.

T. mbue

B. BZ