Die Pianistin Chika Inaoka ist neue Musik-Stipendiatin der Kulturstiftung Rhein-Neckar-Kreis / Abschlusskonzert am 4. April im Kommandantenhaus Dilsberg
Chika Inaoka, die Frühlings-Stipendiatin 2025 der Kulturstiftung Rhein-Neckar-Kreis e.V., hat im vergangenen Monat ihre dreimonatige Residenz im Kommandantenhaus Dilsberg angetreten. Geschäftsführer Ulrich Bäuerlein begrüßte in den historischen Räumlichkeiten des Kommandantenhauses Dilsberg die Pianistin. Bereits seit 1997 vergibt die Kulturstiftung Rhein-Neckar-Kreis jährlich bis zu vier Stipendien in den Bereichen Bildende Kunst, Musik oder Literatur an Künstlerinnen und Künstler aus aller Welt, die bis zu drei Monate auf dem Dilsberg residieren sowie an neuen Projekten arbeiten.

Chika Inaoka ist in Kobe (Japan) geboren und aufgewachsen und spielt bereits seit ihrem dritten Lebensjahr Klavier. Die Begeisterung für das Instrument kam durch ihre ältere Schwester. „Ich fand es schon immer sehr faszinierend und meine Eltern erzählen bis heute, dass ich schon mit zwei Jahren ständig ans Klavier wollte“, berichtet die Konzertpianistin mit einem Schmunzeln und in fließendem Deutsch. Am Musikgymnasium in Kyoto belegte sie als Zweitfach Gesang, wobei sie auch erste Deutschkenntnisse erwarb.
Sie erinnert sich lachend: „Ich habe singend Deutsch gelernt!“ Nach ihrem Abschluss am Gymnasium begann sie ein Bachelorstudium an der Musikhochschule in Tokio. Ihre dortige Professorin empfahl ihr damals ein Studium in Deutschland. Der Pianist und Präsident der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Mannheim, Professor Rudolf Meister, überzeugte sie schließlich bei einem Meisterkurs, den er in Japan gab, nach Mannheim zu kommen. Chika Inaoka studierte von 2000 bis 2005 in der Klasse von Professor Meister sowie Okhi Lee und schloss sowohl ihren Master als auch ihr Konzertexamen dort ab. Schon während ihrer Schulzeit und später im Studium begeisterte sich die Japanerin für die Werke Mozarts und hat sich inzwischen zu einer gefragten Mozart-Interpretin entwickelt. So nahm sie bisher insgesamt drei Alben mit Mozartwerken auf.
„Ich kommuniziere über die Musik“
Seit 2005 arbeitet Chika Inaoka an der Musikhochschule Showa in Kanagawa und gibt zudem regelmäßig Konzerte als Solokünstlerin und als Kammermusikerin. Sie gewann bereits mehrere nationale und internationale Preise sowie Stipendien. Im Gespräch berichtet sie, dass es Musikerinnen und Musiker in der heutigen Zeit nicht immer einfach hätten, ihren Platz zu finden und auch sie gerade zu Beginn des Studiums Zweifel hatte, ob sie gut genug sei oder ob sie sich mit der Musik wirklich eine Zukunft aufbauen könne. Nichtsdestotrotz hat sie es geschafft und erklärt: „Musik ist für mich mehr als nur ein Beruf, ich kommuniziere über die Musik.“ Das tut sie am liebsten mit anderen gemeinsam, wie ihre Liebe zur Kammermusik zeigt. Heute ist sie froh und dankbar über ihre Zeit in Mannheim. „Gerade die Zeit in Deutschland hat mich sehr gestärkt und mir gezeigt, dass es sich lohnt weiterzumachen und an mich zu glauben.“
Ihre Offenheit für Neues drückt sich auch in ihrer Hinwendung zu Neuer Musik aus und auch Filmmusik hat es ihr angetan. Stolz erzählt sie, dass sie bereits die Musik für einen japanischen Film einspielen durfte, der mit dem ersten Preis bei einem internationalen Wettbewerb ausgezeichnet wurde. Neben der Musik ist das Kochen ihre Leidenschaft, der sie in ihrer Freizeit nachgeht. Dabei kocht sie gerne Gerichte aus aller Welt. „Das Kochen hat für mich etwas Entspannendes, so bekomme ich den Kopf frei“, erklärt sie.
Während ihres Aufenthalts auf dem Dilsberg wird Inaoka nicht nur in der Region Konzerte geben, sondern auf Einladung der Mozartgesellschaft auch in Chemnitz sowie in Berlin. Sie möchte sich während ihrer Zeit auf dem Dilsberg vor allem auf Werke Mozarts, zeitgenössische Komponisten sowie die Kreisleriana Robert Schumanns fokussieren.
Für den Abschlussabend ihrer Dilsberg-Zeit am Freitag, 4. April, um 19.30 Uhr, im Kommandantenhaus, hat sich Chika Inaoka etwas Besonderes einfallen lassen. Auf dem Programm stehen Werke Mozarts (einschließlich einer Eigenkomposition) und Schumanns sowie ein eigens für sie komponiertes Werk namens „Ramlossa auf dem Berg“ des japanischen Komponisten Sho Ueda.
Karten für dieses Konzert können telefonisch unter 06221/522-1356 oder per Mail an kulturstiftung@rhein-neckar-kreis.de vorbestellt werden. Preise: Erwachsene 15 Euro, Schüler/Studenten 12 Euro, Kinder von 6 bis 12 Jahren 7 Euro, Kinder unter 6 Jahren frei. Sofern am Veranstaltungstag noch Karten vorhanden sind, wird es auch eine Abendkasse geben.
Die neue Musik-Stipendiatin der Kulturstiftung Rhein-Neckar-Kreis, Chika Inaoka, vor dem Kulturzentrum des Kreises, dem Kommandantenhaus Dilsberg.