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2008 begann mit Trommelwirbel
und Fanfarenklängen
 
Feierliche Proklamation des Jubeljahres
"800 Jahre Burg Dilsberg"
 
1. Januar 2008


Das neue Jahr war noch keine Stunde alt, als sich auf der Tuchbleiche hoher Besuch ankündigte.

  
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Trommelwirbel und Fanfarenklänge begleiteten den „Dilsberger Grafen“ in Person des Ortsvorstehers Stefan Wiltschko, Ritter Markus sowie den Herold auf ihrem Weg zum Ausruferfelsen. Gespannt versammelte sich rings herum das „untertänige Volk“ mit leuchtenden Fackeln und verfolgte aufmerksam das ungewöhnliche Geschehen mitten in der Neujahrsnacht. Mittelalterlich gewandete Personen deuteten es an, der Dilsberg drehte das Rad der Zeit zurück - ein Sprung über 800 Jahre - Anno Domini 1208.
  
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Musikanten des Musikzugs säumten den Treppenaufgang und ließen ihre Fanfaren und Trommelwirbel erklingen. Majestätisch begrüßte der Graf, umrahmt von Dilsberger Nachtwächtern, seine ehrbaren Untertanen und begeisterter Jubel schall ihm entgegen.
 
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Mucksmäuschenstill wurde es, als die Glocke des Herolds (Alfons Duczek) erklang und er eine Urkunde verlas. Geheimnisvoll drangen seine Worte in lateinischer Sprache über den Platz und der „Dilsberger Graf“ übernahm es höchstpersönlich, das soeben Gehörte seinen Untertanen verständlich zu machen. Die verlesene Urkunde ist von großer Bedeutung, weil mit dem Datum 1208 erstmalig die Erwähnung des „Dilighesberch“ (Dilsberg) zusammen mit dem Namen des Grafen von Lauffen bei einem rechtlichen Vorgang dokumentiert wurde, den dieser auf seiner Burg auf dem Dilsberg vornahm.
  
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Auf dem in lateinischer Schrift verfassten Dokument beurkundete Boppo Graf von Lauffen, dass Dudo Ritter von Waibstadt den neunten Teil des Zehnten an Walther, Abt des Klosters Schönau sowie seinen Brüdern schenkte. Dafür verlangte er für sich und seine legitimen Nachkommen eine jährliche Bezahlung. Damit diese Schenkung sicherer sei, übergab Dudo den besagten Zehnten an den Graf von Lauffen, der ihn an das Kloster übergab. Damit keine Möglichkeit zum Widerspruch entstehen konnte, schrieb Boppo Graf von Lauffen die Fakten auf ein Papier, sicherte es mit seinem Siegel und ließ es von Zeugen der Geistlichkeit und Laien unterzeichnen. „Geschehen Dilsberg (Dilighesberch), im Jahre der Fleischwerdung des Herrn 1208 unter der Regierung des immer erhabenen Königs der Römer Philipp.“
  
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Die Lauffener verfügten als Lehnsleute des Königs über die Kraichgaulandschaft und erhielten so Zugang zu dem in Wiesenbach bestehenden Adelshof, den sie neben Lauffen zu einem ihrer Wohnsitze erhoben. Mitte des 12. Jahrhunderts überließen sie ihre Besitzungen dem Kloster Ellwangen zur Gründung eines Klosters und verlegten ihren Wohnsitz auf den Dilsberg. Der nach allen Seiten steil abfallende Buntsandsteinkegel erschien ihnen - bedingt durch die von Neckargemünd an aufwärts zunehmende verkehrsmäßige wie politische Erschließung des Neckartals - als der geeignetere Ort um die Region besser zu kontrollieren.
  

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Fanfaren und Trommeln hallten erneut durch die frühe Morgenstunde bevor der „Dilsberger Graf“ seinem Volk, als Zeugen der Gegenwart von Vorgängen der Vergangenheit, das Jubeljahr proklamierte. Sein Dank galt Bernhard Hoffmann für die Organisation, den Musikanten unter der Leitung von Bernhard Ziegler, Ritter Markus und seinen Hofdamen sowie dem Herold.
     
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Zum Abschluss gab es eine "gräfliche" Einladung in die Tuchbleichenhalle, wo ein Bewirtungsteam der „Interessengemeinschaft Tanzgruppe“ reinen Wein ausschenkte. Liebevoll angerichtete, diverse kleine Speisen wurden stilvoll von den guten Geistern serviert und mundeten bestens.
  
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Unter das normale Volk hatten sich bereits einige mittelalterliche Gestalten gemischt und boten in ihren farbenprächtigen Gewändern ein stimmungsvolles Bild. Begeistert wurde in der Halle weitergefeiert und interessante Gespräche geführt. Wann hat man auch schon mal die Möglichkeit sich mit einem leibhaftigen Ritter oder Mönch zu unterhalten?
  
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Vom Kernarbeitskreis sorgte Bernhard Hoffmann für eine süße Überraschung in Form eines riesigen Schwertes aus Hefeteig, welches die Bäckerei Gehrig gebacken und gespendet hatte. Er bat Bürgermeister Horst Althoff und Ortsvorsteher Stefan Wiltschko darum, mit einem scharfen Schwert das riesige Gebäck anzuschneiden. Dieser Bitte kamen die beiden Herren gerne nach, zumal der Erlös von 1,- € pro Stück für die Finanzierung des Jubeljahres verwendet werden soll.
  

„Freude kann man nicht befehlen, die muss von innen kommen!“ erkannte der Graf. Diese Freude war auf alle Fälle vorhanden, denn das Dilsberger Volk feierte gebührend das Jubiläum ihrer Burg mit einem abwechslungsreichen und attraktiven Programm das gesamte Jahr über.

  
Bilder: bz
Text: boe