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Grabfeld-Fotomontage01
Fotomontage zur besseren Orientierung und Vorstellung bezüglich Platz und Gestaltung des neuen Urnen-Gräberfeldes.
 
Urnen-Rasengräber ohne Pflegeaufwand für Angehörige
Ortschaftsrat Dilsberg realisiert Wünsche nach neuer Bestattungsform
4. Februar 2014

Die Ortsverwaltung wurde immer wieder von Bürgern auf neue Bestattungsformen angesprochen. Explizit bei Urnenbeisetzungen waren Alternativen zum anonymen Gräberfeld gefragt, vorzugsweise an Bäumen, wie es im unteren Teil des Friedhofs Dilsbergerhof durchaus vorstellbar wäre. Ein Thema mit dem sich das Gremium seit September 2013 wiederholt beschäftigte und vielfältige Informationen einholte.  
 
Als wünschenswerte Beispiele wurden immer wieder der Ruhehain in Reichartshausen und die „Friedwälder“ genannt. Ein Begriff der jedoch marken- und patentrechtlich geschützt ist und eine vertragliche Bindung zwischen der Friedwald GmbH als Betreiber, der Gemeinde als Träger und dem Waldbesitzer erfordert. Zudem müsste für die Pflege der Forst seine Zustimmung geben und das Landratsamt das entsprechende Waldstück als Friedhof genehmigen. Auf eine diesbezügliche Anfrage erhielt der Ortschaftsrat vom städtischen Bauamt/Friedhofsamt die Auskunft, dass die Baumreihen auf dem Friedhof Dilsbergerhof keinen waldartigen Baumbestand darstellen. Deshalb wurde als realisierbare Alternative vorgeschlagen, normale Urnenfelder in der Nähe der Bäume anzulegen, für die keine Satzungsänderung erforderlich sei.  

Hintergründe: Im Laufe der Zeit haben sich die Familienstrukturen verändert. Oft leben Familienmitglieder weit voneinander entfernt oder sind durch körperliche Handicaps nicht in der Lage, die Grabpflege zu übernehmen. Früher wurden in solchen Fällen die Friedhofsgärtner beauftragt, was jedoch meist mit erheblichen Kosten verbunden war. Heute sind pflegearme und pflegefreie Alternativen vermehrt gefragt. Viele Gemeinden begegneten diesem Wandel mit neuen Grabformen und entdeckten das Rasengrab wieder, das es bereits in alten Parkfriedhöfen gab, jedoch längere Zeit nicht mehr genutzt wurde. Hier wird nach der Beisetzung die Grabfläche wieder mit Rasen besät, so dass sich auf dem Grabfeld eine ununterbrochene Rasenfläche erstreckt. Lediglich Grabplatten ohne Einfassungen sind erlaubt. Durch in der Nähe befindliche Bäume und das einheitlich gestaltete Areal entsteht ein naturnaher Eindruck und eine friedvolle, tröstliche Atmosphäre.  
 
Für den Zeitraum der vereinbarten Ruhezeiten übernimmt der Grabstättenträger die Pflege, weshalb die Erstgebühr im Vergleich zum Wahlgrab meist etwas höher ist. Die Ruhezeiten liegt, wie bei den herkömmlichen Urnengräber in Dilsberg, bei 20 Jahren und kann nach Ablauf verlängert werden. Die Gestaltungsmöglichkeiten richten sich stets nach den Vorschriften des jeweiligen Friedhofs. Eine feste Bepflanzung ist nicht gestattet, jedoch im Gegensatz zu einem anonymen Gräberfeld, erinnern kleine Platten mit eingraviertem Namen und Lebensdaten an die Verstorbenen. Diese liegt über der bestatteten Urne und kennzeichnet die spezifische Stelle für Besuche am Grab.  

Geplante Gestaltung für den Friedhof Dilsbergerhof: Mittlerweile wurde im Ortschaftsrat der einstimmige Beschluss gefasst auf dem freien Rasenstück unterhalb der Friedhofskapelle ein neues Grabfeld für solche Urnenreihengräber anzulegen. Es sind ausschließlich normale Urnen und keine Aschekapseln aus Maisstärke zugelassen, da die Möglichkeit besteht, dass diese von Wildtieren wieder ausgegraben werden. Einheitliche kleine Grabplatten (30 x 30 cm) mit eingraviertem Namen und Lebensdaten weisen auf den Verstorbenen hin. Diese werden bodeneben angebracht, damit der Rasenmäher ungehindert darüber mähen kann. Da an den jeweiligen Grabstätten keine Blumen oder Devotionalien erlaubt sind, ist ein kleiner Sandstein-Altar in der Mitte des Feldes geplant, an dem Angehörige an bestimmten Ehrentagen Blumen und Kränze zentral ablegen können. Über Form und Größe des Altars konnte sich der Ortschaftsrat auf seiner Sitzung im Januar noch nicht einigen und holt diesbezüglich detailliertere Skizzen ein, bevor eine endgültige Entscheidung getroffen wird.  

Das Grabfeld steht voraussichtlich ab Frühsommer 2014 zur Verfügung. Der Termin für die geplante Einweihung wird rechtzeitig bekanntgegeben.
  
Grabfeld-Ngd01 Grabfeld-Ngd02
Urnen-Rasengräber auf dem Friedhof Neckargemünd
  
Text: boe
Bilder: bz
© www.dilsberg.de   04.02.2014
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