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Volkstrauertag - Vision von Gerechtigkeit und Frieden
Gedenkfeier am Ehrenmal im Burghof Dilsberg
17. November 2013
 
Volkstrauertag01
 
Volkstrauertag02
 
Volkstrauertag03
 
Volkstrauertag04
Wie in vielen Gemeinden trafen sich auch auf dem Dilsberg am Ehrenmal im Burghof Bürger, um dem Leid durch Kriege, Vertreibung, Holocaust und Gewaltherrschaft zu gedenken. Die würdige Feier wurde vom Musikverein Trachtenkapelle Dilsberg, unter der Leitung von Walter Nußko, mit getragenen Beiträgen umrahmt. Der stellvertretende Ortsvorsteher Karlheinz Streib zitierte in seiner Ansprache Gedanken von Reinhard Führer, dem Präsidenten des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge. „Erinnerungen dürfen nicht in Vergessenheit geraten, um aus der Geschichte zu lernen, Frieden zu erhalten, damit sich solche Gräueltaten nicht wiederholen.“  
 
Mitgefühl sei gefragt, wenn man an das Leid der Menschen denke und die quälende Ungewissheit der Hinterbliebenen. „Wir können uns von den Opfern durch Krieg und Gewalt nicht lossagen.“ Er blickte auf die Entwicklung des Volkstrauertags vom Beginn im März 1922 bis hin zum heutigen gemeinsamen Totengedenken für alle Opfer von Krieg und Gewalt. Erinnerte an Menschen aus Neckargemünd und dem Stadtteil Dilsberg, die ihr Leben ließen und bekannte: „Wir erinnern uns an das Vergangene, um den Blick für die Zukunft zu schärfen.“ Das beste Denkmal sei der Aufbau einer Gesellschaft, die über alle Grenzen hinweg von Toleranz, gegenseitiger Achtung und Humanität geprägt sei. „Am Volkstrauertag bekennen wir uns zum Wert des Lebens in unserer Demokratie.“ Diese lebe von Menschen, die sich aktiv dafür einsetzen, um sie in Zukunft zu erhalten.  

Die evangelische Pfarrerin Dorothea Gulba griff in ihrer Rede Salomos Spruch auf, „Ein Volk ohne Vision geht zugrunde, wohl dem der das Gesetz hält.“ und stellte fest: „Menschen, die den Krieg erlebt haben, waren der Vision beraubt.“ Gerade heute stünden die Bilder von Menschen mit erloschenem Blick, Schlachtfeldern auf denen kein Stein mehr stehe, von Soldaten, die ihre Kameraden verloren sowie der unzähligen Flüchtlinge vor einem. „Wunden vernarben aber der Wundschmerz lässt nicht nach.“ Die Opfer in Konzentrationslagern, ein Wahnsinn der nicht zu begreifen sei. Ganze Generationen habe man in den Krieg geschickt, ein Albtraum für alle, die dabei waren. Die Frage aber laute: „Was passiert mit Menschen die keine Vision haben, keine Träume von Gerechtigkeit und Frieden?“ Wenn man vom Vermächtnis der Gefallen und Toten rede, dann sei „Nie wieder Krieg!“ eine Vision und das Ziel Gerechtigkeit und Frieden. An diese Vision sollen sie uns erinnern, dann wären sie nicht umsonst gefallen. „Wir leben aus der Vision heraus, dass Gottes Reich in unserer Gemeinde sichtbar wird.“  
 
Die Chorgemeinschaft, Sängerbund Dilsberg und Katholischer Kirchenchor, übermittelte unter der Leitung von Lukas Ruckelshausen diese Vision mit dem irischen Segenswunsch “Möge die Straße uns zusammenführen.“ Zu den Klängen „Ich hatt´ einen Kameraden“ senkten sich die Fahnen und die Abordnung der Feuerwehr trug einen Kranz zum Ehrenmal, den der stellvertretende Ortsvorsteher niederlegte. Seinen Dank richte er an die Mitwirkenden und Teilnehmer der Gedenkfeier und wünschte: „Zuversicht auf die Kräfte der Versöhnung, die wir in uns haben sowie Frieden und gegenseitiges Verständnis.“
Volkstrauertag05
Text: boe
Bilder: Rupert Dworschak
17.11.2013
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