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Ein Stück Weltgeschichte -
kurzweilig und gereimt


Römisches Weltreich in Gedichten
von Fidel Mattes

12. November 2013



Im Gemeindehaus lud der Förderverein der evangelischen Kirchengemeinde Dilsberg zu einem interessanten Gedichts-Vortrag mit Fidel Mattes ein. Der leidenschaftliche Dichter hat bisher 3.200 Kurzgedichte zu allen möglichen Themen geschrieben, davon allein 100 Gedichte über das Römische Weltreich und so lautete auch das Thema des Abends.
 
Den studierten Juristen und früheren Fahrschullehrer fesselt die Geschichte seit frühster Jugend. Er beschäftigt sich mit ihr und verarbeitet sein großes Wissen in Gedichten. Zu jedem Beitrag wusste er faszinierende Fakten und Zusammenhänge zu erzählen. Er zeigte das Römische Reich auf der Weltkarte, das 1229 Jahre dauerte und eine Landfläche von 3 Millionen km² umfasste. Stellte neben drei verschiedenen Staatsformen, Königreich, Republik und Kaiserreich, auch bedeutende Städte und Männer vor. So entwickelte sich der Vortrag zu einem kurzweiligen Geschichtsunterricht in poetischer Form.
 
In chronologischer Reihenfolge begann er mit der Gründung Roms durch Romulus und Remus. Berichtete, dass die Römer schon früh mit dem Straßenbau begonnen haben und bereits 80.000 Kilometer befestigte Straßen hatten, als es bei uns noch keine einzige gab. Davon handelte eines seiner Gedichte „Via Appia, Mutter aller Straßen“, das nächste über „Hannibal“, der mit 37 Kampfelefanten bei Schnee über die Alpen zog. Die Römer waren sehr erfinderisch, schufen die Wasseruhr, führten das Brot ein, erfanden den Brückenbau mit Bogen und die Fußbodenheizung. Zu jedem dieser Themen verfasste er einen Vierzeiler. Für ihre Legionen führten sie den Adler im Wappen ein, der sich unter anderem auch im Neckargemünder Wappen findet.
 
Gedichte verfasste er nicht nur über bedeutende Männer, wie Cäsar oder Vespasian sondern auch über Frauen wie Julia, das einzige Kind von Augustus, die von ihrem Vater auf eine einsame Insel verbannt wurde. Intensiv widmete er sich der Baukunst, zeigte den Verlauf vom Limes und erklärte dessen kulturelle Folgen, westlich des Rheins und südlich des Limes wurde die römische Kultur übernommen, östlich davon waren Barbaren. Er befasste sich mit dem hohen Stand der Landwirtschaft ebenso, wie mit der Badekultur, berichtete über seinen Lieblingsdichter Plinius der Ältere, der 40 Bände über die Naturwissenschaft geschrieben hat und seinen Lieblingskaiser, Marc Aurel, ein Philosoph, dessen Lebensweisheiten er bis heute gern lese.

„Es war eine gute Kombination aus Historie und Posie.“, dankte ihm die Vorsitzende des Fördervereins, Karin Ullrich-Brox, für die Auffrischung in Geschichte. Begeistert bot sie ihm eine Wiederholung an und er antwortete schlagfertig: „Das ist kein Problem, ich habe über 3.200 Gedichte.“ Die Besucher würde es freuen, denn in Anbetracht seines enormen Wissens, das er unterhaltsam und kurzweilig vermittelt, sind die Gedichte mit Hintergrund willkommen. Ein Gast bemerkte: „Das macht er aus dem Handgelenk!“ und ein anderer stellte anerkennend fest: „Sie sind der Poeta dilsbergenesis!“

Text: boe
Bilder: bz
13.11.2013
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