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FlaggeBRD Hochwasser in der Rainbach
war auch in Amerika ein Thema
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Video informierte über die Lage in der alten Heimat

06.06.2013

 
Auch wenn er vor neun Jahren auszog, um in Kalifornien seinen Traum als Filmemacher und Regisseur zu verwirklichen, sein Interesse an der alten Heimat ist nach wie vor groß. Die Rede ist von Niccolo H. Bodner, der mit seinen Eltern in der Rainbach lebte und als Kind so manches Hochwasser mit den notwendigen Säuberungsaktionen mitbekam. Nachdem ihm sein Vater telefonisch von den steigenden Fluten am ersten Juniwochenende erzählte, suchte er im Internet nach weiteren Informationen und wurde bei YouTube fündig. Auf dem Video von Burkhard Zantopp entdeckte er sogar seinen Vater, das Interesse wuchs und er nahm Kontakt zu ihm auf. Daraus entwickelte sich ein interessanter Mail-Austausch und die Idee zu nachfolgendem Interview mit dem ehemaligen Rainbacher, der auf der "University of Southern California" seinen "Masters of Fine Arts in Film Production" absolvierte und heute unter seinem Künstlernamen "Tyrell Lloyd" in Los Angeles Filme dreht. 

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Als Sie die Bilder vom Hochwasser in der Rainbach im Internet entdeckten, welche Gedanken lösten diese bei Ihnen aus?
N.H.B.: Wenn ich etwas über Hochwasser erfahre, versuche ich als erstes herauszufinden wie schlimm es ist. Dann rufe ich meine Freunde in Deutschland an, damit ich meinem Vater Hilfe verschaffen kann. Ohne meine Freunde wäre es schon ein paar Mal sehr knapp geworden. Es ist immer viel Arbeit alles auszuräumen, hinterher wieder sauber zu machen und einzuräumen. Natürlich möchte man gerne da sein um zu helfen. Die große Distanz zwischen den Kontinenten macht es jedoch schwer, einfach mal schnell anpacken zu können.
 
Seit wann leben Sie in Amerika und was war der Anlass zu bleiben?
N.H.B.: Ich lebe seit 2004 in Kalifornien, zuerst als internationaler Student bei "Diablo Valley College" in der Nähe von San Francisco, wo ich anfing meinem Traum als Filmmacher und Regisseur zu folgen. Nach zwei Jahren zog ich nach San Diego um meinen "Bachelor of Science in Television, Film and New Media" an der "San Diego State University" zu machen.
 
Wie entstand Ihr Berufswunsch?
N.H.B.: Meine Mutter hat mich als Kind mit meinen Freunden oft ins Kino mitgenommen. Mein erstes eigenes Video war ein Lego-Video, welches ich mit 12 Jahren auf VHS aufnahm. Mein Vater hat mich oft zum Segelfliegen mitgenommen. Beides zusammen, Filme sehen und Segelfliegen, ist eine perfekte Mischung, um einen guten Action-Film mit Adrenalin zu drehen! Mein Traum ist es, eines Tages in Hollywood einen Blockbuster Film für eines der großen Studios mit berühmten Darstellern zu drehen. Kalifornien war der beste Start, um dem Traum ein Stückchen näher zu rücken.
 
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Niccolo H. Bodner mit seinen Eltern Maria Rivelli und Erich Bodner (2012 - "University of Southern California", Los Angeles)
In welcher Filmsparte sind Sie konkret tätig?
N.H.B.: Mitte 2009 zog ich nach Los Angeles und habe im Visual Effects Bereich bei „Look Effekts, Inc. – Hollywood“ als Roto-Paint Artist gearbeitet. Ein halbes Jahr später wurde ich an der "University of Southern California" akzeptiert und habe mit dem "Master of Fine Arts in Film Production" abgeschlossen. Während dieser Zeit habe ich für meine Thesis den ersten Stereoscopic 3D gedreht und als Filmregisseur geleitet. Seit Mai 2012 bin ich bei "Digital Sandbox," als Lab Assistant angestellt und arbeite an Filmen im Bereich "Conform" und "Color" sowie "Mastering & Finishing" in "Post Production".
 
Dieses Jahr im Mai erhielt ich eine "Green Card" (Aufenthaltsgenehmigung) und kann somit dauerhaft in den Vereinigten Staaten bleiben.
 
Bestehen, außer zu Ihren Eltern, noch weitere regelmäßige Kontakte nach „good old Germany“?
N.H.B.: Selbstverständlich! Mit meinen Eltern spreche ich täglich und mit meinen Freunden mehrmals im Monat. Durch die acht Stunden Zeitverschiebung ist das manchmal ein wenig tricky, aber es klappt ganz gut. Seit Smartphones den Markt erobert haben, ist es einfacher geworden schnell Fotos und alltägliche Momente im Leben zu teilen. Die große Distanz ist auch durch Skype ein bisschen kleiner und somit schöner, da man die Leute sehen kann.
 
Gibt es bei Ihren Besuchen in der Heimat Lieblingsplätze, die Sie besonders gerne aufsuchen?
N.H.B.: Wenn ich nach Deutschland komme, geht es erst mal nach Hause in die Rainbach. Wenn man von Frankfurt kommt und durch Heidelberg und Neckargemünd fährt ist es immer interessant zu sehen, wie sich die Städte verändern. Als ich das letzte Mal, Weihnachten 2010, in Deutschland alle besuchte, war der Tunnel in Neckargemünd immer noch nicht fertig. Bin mal gespannt wie das jetzt so ist. Auch die Heidelberger Altstadt mit der Hauptstraße ist immer wieder schön.
 
BodnerUSA06 BodnerUSA07 Ihre Oma, Hildegard Bodner, war auf dem Dilsberg u.a. als langjährige Organistin in der katholischen Kirche sehr bekannt. Welche Erinnerungen verbinden Sie mit ihr?
N.H.B.: Meine Oma konnte immer viele Geschichten erzählen, über den 2. Weltkrieg, den Fall der Mauer, das neue Millennium, den Währungsumstieg, das PC-Zeitalter mit Internet und vieles mehr. Als ich klein war, hat sie mich oft in die Kirche mitgenommen, wenn ich übers Wochenende bei ihr war. Da ging es dann rauf auf den Dilsberg zur Kirche und ich habe die Nummern eingestellt, damit die Leute wussten welches Lied als nächstes kommt. Es war sehr schön, die Oma auf der Orgel spielen zu sehen. An Weihnachten wurden immer die weltberühmten hausmacher Rumkugeln mit Strohrum gebacken. In den späteren Jahren war ich oft mit meinen Freunden bei ihr zum Essen eingeladen und da haben wir fast jeden Samstagabend Karten gespielt und gerätselt.
 
Verfolgen Sie regelmäßig was in der Heimat geschieht?
N.H.B.: In Sachen Updates bin ich in Bezug auf meine Eltern und Freunde natürlich auf dem Laufenden. Nachrichten schaue ich nur ab und an auf deutschen Internetseiten an. Meistens, wenn etwas über Deutschland in den amerikanischen Nachrichten kommt, dann sehe ich ein wenig genauer hin.
 
Möchten Sie jemanden grüßen?
N.H.B.: Ich würde gerne einen "Shout Out" an meine Familie und Freunde geben. Meine Freunde sind diejenigen, welche oftmals meinen Eltern in den verschiedensten Varianten ausgeholfen haben, während ich nicht da sein konnte. Zudem ist es Dank ihnen und ihren Familien möglich, dass ich meinem Traum nachgehen und erfolgreich in den U.S.A. bleiben konnte. Gruß an meine Family sowie Gero Pfizenmaier, Janis Stuebler, Claus Kropp, Fabian Koch, Adam Milka und Oliver Henze sowie alle anderen die mich seit meiner Kindheit kennen. "Shout out from Los Angeles - California".

Vielen Dank, dass Sie sich für unsere Fragen Zeit genommen haben sowie die Fotos, die Sie freundlicherweise dilsberg.de zur Verfügung stellen. Wir wünschen Ihnen weiterhin viel Erfolg in Amerika.
Text: boe
Bilder: bz
Bild 2-6: Niccolo H. Bodner
© www.dilsberg.de   07.06.2013
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