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Sächsische Linde fand neue Heimat an der Lauffen-Halle
  
Baumspende ersetzt alten Apfelbaum
4. April 2012
 
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„Ich bin froh, dass wir so einen schönen Platz gefunden haben.“, strahlte Barbara Berberich zufrieden, als ihr Ortsvorsteher Bernhard Hoffmann den Platz an der Lauffen-Halle für ihre Sommer-Linde (Tilia platyphyllos) zeigte, die sie der Gemeinde spendete. Vor zwei Jahren besuchte sie Bekannte in Dresden, wo diese stattlichen Bäume weit verbreitet sind und nahm sich einen Ableger mit nach Hause. Inzwischen war das zirka 80 Zentimeter große Bäumchen dem Pflanztopf entwachsen und benötigte einen festen Standort. Der Hang vom Parkplatz der Lauffen-Halle in Richtung „Im Bildsacker“ war prädestiniert für den Laubbaum aus der Familie der Malvengewächse und die Stadtgärtnerei übernahm fachmännisch die Umpflanzaktion. 
 
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An dieser Stelle stand früher ein Apfelbaum, der jedoch krankheitsbedingt einem stürmischen Windzug zum Opfer fiel. Bevor Holger Gellert und Tim van der Mühlen die Linde einpflanzten, lockerten sie den Wurzelballen auf. Dann richteten sie den Baum aus und versorgten ihn mit Nährstoffen in Form von organisch-mineralischen Dünger. Bis zu 40 Meter hoch und sehr alt können diese Bäume werden. Im Volksmund heißt es: „Linden kommen dreihundert Jahre, stehen dreihundert Jahre und vergehen dreihundert Jahre.“ Selbst uralte Linden bestechen durch eine erstaunliche Vitalität, was an den neuen Innenwurzeln liegt, die vom greisen Stamm in den Boden wachsen, sich verankern und eine junge Krone bilden. Auf diese Weise verjüngen sie sich sozusagen von innen heraus. Die oben dunkelgrünen und behaarten Blätter sind unten etwas heller, eirund und plötzlich zugespitzt. Blütezeit der Sommerlinde ist im Juni, womit sie die am frühesten blühende Lindenart ist.
 
BerberichLinde07 Auch kulturell hat die Linde Bedeutung, so war sie einst in vielen Regionen Deutschlands der Dorfmittelpunkt, diente als Verkündungsstätte oder Versammlungsort. Hier wurde über leichte Fälle Gericht gehalten und die Verordnungen von Kurfürst August von Sachsen waren unterzeichnet mit „Gegeben unter der Linde“. In der Pflanzenheilkunde werden bis heute Lindenblüten mit gutem Erfolg verwendet. Die jungen, weichen Lindenblätter finden kulinarische Verwendung und eignen sich wegen ihres milden Geschmacks für Salat. In der Symbolik steht die Linde für eheliche Treue, Güte, Gastfreundschaft und Bescheidenheit.
 
Welche Bedeutung die Sommerlinde auf dem Dilsberg einnehmen wird, das wird sich zeigen.
 
Bilder: bz
Text: boe
04.04.2012