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Am Ende des Tunnels ist ein Licht
 
Heinz Kreis begleitete den Bau der Neckargemünder Umgehungsstraße
11. Juni 2012
 
Vor knapp einem Jahr wurde mit der Neckargemünder Umgehungsstraße ein Millionenprojekt eingeweiht, das aufgrund der hohen Kostensteigerung für Diskussionen sorgte. Heute fährt man bequem durch den 385 Meter langen Hollmuthtunnel und kann sich bereits nicht mehr vorstellen, wie es vor dem Baubeginn 1999 ausgesehen hat. Der pensionierte Vermessungsingenieur Heinz Kreis begleite mit seiner Kamera 12 Jahre lang die Baumaßnahmen und erinnerte mit eindrucksvollen Dias im evangelischen Gemeindehaus Dilsberg an bewegte Zeiten.
 
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Bereits 1973 wurden erste Planungsvarianten für eine Kernstadtumgehung entwickelt. Siebzehn Jahre später vergab der Rhein-Neckar-Kreis die endgültige Planung für die günstigste Variante, die 1995 vom Regierungspräsidium Karlsruhe beschlossen und drei Jahre später rechtskräftig wurde.
 
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Beim Spatenstich 1999 durch den damaligen Landrat Dr. Jürgen Schütz, ging man noch von Kosten in Höhe von rund 60 Millionen DM aus, am Ende waren es 53,7 Millionen Euro. Einige Ursachen für die lange Bauzeit sowie die enorme Kostensteigerung hielt der begeisterte Hobby-Fotograf mit seiner Kamera fest. „Es gibt noch Leute die keinen Beamer haben sondern umständlich Dias zeigen, aber mit 83 Jahren stelle ich mich nicht mehr um.“
 
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Es begann mit dem Bau der 70 Meter langen Brücke über die Elsenz, wo schlechte Bodenverhältnisse unzählige Pfahlgründungen erforderten, ebenso wie bei der Verbreiterung der Dilsberger Straße. Imposante Erdbewegungen dominierten an der östlichen Tunneleinfahrt, wo am Kastanienberg auf 20 Meter Höhe mehrere tausend Kubikmeter Erde abgetragen wurden. Bei der Verbreiterung der Julius-Menzer-Straße zeigte sich das beengte Arbeiten neben dem fließenden Straßen- und Bahnverkehr. Beeindruckende Mengen an Spezialstahl wurden bei der offenen Tunnelbauweise und der Verlängerung des Reichensteintunnels verschafft. „Das ist einem gar nicht mehr bewusst, was so alles bebaut worden ist.“, stellte ein Gast fest. Den neugebauten S-Bahn Haltepunkt Altstadt nutzen viele Pendler und sind der Meinung: „Die S-Bahn war das Beste was passiert ist.“
 
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Heinz Kreis zeigte Aufnahmen von der Tieferlegung des Regenrückhaltebeckens und dem unterirdischen Bauwerk am Neckarufer zur Reduzierung der Strömungsgeschwindigkeit für eine ungefährdete Schifffahrt. Im März 2008 begannen die Sprengungen am westlichen Tunneleingang.
 
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Bilder von der „Tunnelanschlagsfeier“ am 21. April 2008 und vom Tunneldurchstich am 12. August 2009 fehlten ebenso wenig, wie Aufnahmen von der Einweihung der Kernstadtumgehung am 22. Juli 2011 nach rund 12 Jahren Bauzeit.
 
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Der Diavortrag vermittelte interessante Einblicke und am Ende bekannte ein Gast: „Das hat mir viel gegeben, ich wusste ja gar nicht wie viel Arbeit dahinter steckte.“ Die Vorsitzende des Fördervereins der evangelischen Kirche, Karin Ullrich-Brox, dankte dem Referenten: „Du hast unserem kleinen Häufchen eine große Freude gemacht.“
 

Bilder: bz
Text: boe
13.06.2012