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Wen das Patchwork-Virus infiziert, den lässt es nicht mehr los!
 
QUIP-Day präsentierte Kunst des Quilten vor mittelalterlicher Kulisse
16. Juni 2012
 
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Kunstwerke aus Stoff und Faden zierten am dritten Junisamstag den vorderen Burghof der Feste Dilsberg. Patchwork- und Quilt-Begeisterte Gruppen aus Mosbach, Gaiberg und Neckargemünd präsentierten und informierten über ihr kreatives Hobby. Vor sieben Jahren fand europaweit der erste QUIP-Day statt, QUIP steht für Quilt in Public, bei dem man an öffentlichen Plätzen seinem Hobby frönt und sich austauscht.
 
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Die historische Kulisse bot ein tolles Ambiente, es herrschte ein reges Interesse und manch ein Besucher schwang unter fachmännischer Anleitung an die Nadel und probierte erste Quiltstiche.
 
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Quilten ist die Fixierung von drei Stofflagen, mit der Nähmaschine oder per Hand mit winzigen Quilt-Stichen, um ein Verschieben der Lagen zu verhindern. Die oberste Lage ist das Top, ein unifarbener Stoff oder wie in den meisten Fällen aus diversen Stoffstücken als Patchwork gefertigt. Die nächste Lage besteht aus einem Volumenvlies, das sowohl eine wärmende Wirkung hat als auch einen dreidimensionalen Effekt verleiht. Für die dritte Lage oder Unterseite verwendet man einen farblich passenden Stoff. Durch die feinen Quiltnähte entsteht ein 3D-Effekt, ein kleines Kunstwerk für sich. Die kreativen Gestaltungsmöglichkeiten sind durch verschiedene Variationen von Stoffen, Farben und Muster unerschöpflich.
 
QUIP-Day09 QUIP-Day10 QUIP-Day11
Seit 20 Jahren hat sich Franziska Fanta diesem Hobby verschrieben. Nach einer Ausstellung entstand bei den Teilnehmerinnen der Wunsch nach regelmäßigen Treffen und so gründete sie eine Gruppe. Seitdem treffen sich die Frauen aus Neckargemünd und Gaiberg in regelmäßigen Abständen zum Reden und intensiven Austausch reihum bei den Mitgliedern. „Wir befruchten uns gegenseitig. “Fast alle haben früher gestrickt, gehäkelt und/oder Kinderkleider genäht bevor sie dieses kreative Hobby entdeckten. „Am Anfang ist die Neugierde, wie wird das gemacht, dann belegt man einen Kurs und schon ist man vom Patchwork-Virus infiziert.“, berichtete die Organisatorin.
 
QUIP-Day12 QUIP-Day13
Kommunikation und Austausch sind bei jedem Treffen wichtig, die mit dem sogenannten „show and tell“ beginnen, wo jeder zeigt was er gemacht hat und dazu erzählt. Eine spannende Sache, denn selbst bei Workshops zum gleichen Thema, wie beispielsweise runde Motive, kommen völlig unterschiedliche Arbeiten heraus.
 
QUIP-Day14 QUIP-Day15 QUIP-Day16
Seit 12 Jahren hat sich Gertrud Schell diesem Hobby verschrieben und spezialisierte sich als Oma auf brauchbare Babysachen. „Ein Quilttag ist für mich wie ein Urlaubstag.“, schwärmte sie und dem stimmten die anderen Frauen zu, die ihr Hobby als kreative Entspannung zelebrieren. In der Regel wird das Top mit der Maschine genäht und danach mit der Hand gequiltet. Decken mit starken Sprüchen „Heute patch ich, morgen putz ich auch nicht!“ oder mit kunstvollen Heidelberger Motiven demonstrierten die variationsreiche Bandbreite.
 
QUIP-Day18 QUIP-Day17
„Hier kann man sich kreativ austoben.“, stellte Regine Zepf fest und zeigte ihre zwei auf ein Meter fünfzig große Tagesdecke in blau-grünen Pastelltönen. Ein Sampler, wie man das klassische amerikanische Muster nennt, bei dem jedes Quadrat ein anderes Motiv zeigt. Fünfzig Arbeitsstunden benötigte sie für das Top plus eine Stunde pro Quadrat zum Quilten und dann folgt noch das Banding, ein schmaler Streifen zur Umrandung. Kein Wunder, dass sie dieses Werk nicht hergeben möchte. Stoffe nur mal rausholen und drüber streicheln ist ein besonderes Vergnügen, stellen die Patchworkerinnen fest.
 
QUIP-Day19
Wen das Patchwork-Virus infiziert, den lässt es nicht mehr los. Was die Tochter einer „süchtigen“ Mutti zu der Frage veranlasste: „Hängst du wieder an der Nadel und fährst zum Dealer Stoff kaufen?“
 
 
Bilder: bz
Text: boe
17.06.2012