Silvester2019 20 01
Dilsberger Nachtwächter verkünden das Neue Jahr
Willkommen 2020 - Bergfeste feiert gemeinsam mit den Glücksboten
31. Dezember 2019 / 1. Januar 2020
     
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Nachtwächter waren früher wichtige Hüter in der Nacht - auf dem Dilsberg gibt es sie nach wie vor, nur ihr Aufgabengebiet hat sich ein wenig verändert. In vergangenen Zeiten sorgten sie dafür, dass das Feuer nicht auf die dichtbesiedelte Bergfeste übergriff und verkündeten zuverlässig was die Uhr geschlagen hatte. Diese Tradition hat sich bis heute bewährt und speziell in der Silvesternacht zieht es die Leute auf die Straße, denn das Neue Jahr beginnt auf dem Dilsberg erst dann, wenn es die Nachtwächter verkünden.
  
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Und so pilgerte auch an diesem Jahreswechsel wieder eine große Anzahl zum historischen Torturm, in freudiger Erwartung auf die Männer um Obernachtwächter Jürgen Maurer. Ein Blick auf die Uhr zeigte die letzten Minuten des Jahres an, als sich zehn Männer mit ihren leuchtenden Laternen und glänzenden Hellebarden einen Weg durch die Menge bahnten.
  
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Angeführt vom jüngsten Nachtwächter, Raphael Maier, dem stellvertretenden Dorfwaibel, der zum ersten Mal die Ehre hatte das große Nachtwächterhorn zu blasen. Keine leichte Aufgabe, denn was auf den ersten Blick relativ einfach aussieht, erfordert eine kräftige Puste und Fingerspitzengefühl. Zwölf markante Töne hallten durch die Nacht, bevor die Nachtwächter ihr bekanntes Lied anstimmten: „Hört, Ihr Leut´, und lasst Euch sagen: unsre Glock´ hat zwölf geschlagen. Das alte Jahr ist vergangen, das neue hat angefangen.“
  
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Das war das Zeichen für die Trachtenkapelle Musikverein Dilsberg, die turnusgemäß die musikalische Begleitung übernahm und „Großer Gott wir loben dich“ spielte. So  manch ein Besucher stimmte spontan mit ein, bevor man sich gegenseitig viel Glück für das Neue Jahr wünschte.
  
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Die Kirchenglocken läuteten, aus der Ferne waren die Raketen zu hören, die den Nachthimmel in eine bunte Farbenpracht tauchten. In der Bergfeste aber standen die Nachtwächter im Mittelpunkt des Geschehens.
  
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Den Männern eilt ihr Ruf als Glücksbote voraus und so war ihr Händedruck auch an diesem Jahreswechsel wieder heiß begehrt.
 
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Rund um die Bergfeste wiederholte sich das Ritual an verschiedenen Stationen und endete am Dorfbrunnen. Das Gleiche wie jedes Jahr?
  
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Von wegen, denn nicht nur für den Dorfwaibel war es eine Premiere sondern auch für den neuen Ortsvorsteher Karlheinz Streib, der die Teilnehmer begrüßte, insbesondere Bürgermeister Frank Volk und seinen Amtsvorgänger Bernhard Hoffmann. Er dankte allen Beteiligten mit den Worten: „War das alte Jahr erfolgreich, dann freut euch auf das neue, war es schlecht, dann erst recht.“ Und wünschte ein gesundes neues Jahr.
  
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„Tradition ist nicht das Aufbewahren der Asche, sondern das Weitergeben des Feuers!“ So formulierte einst Nachtwächter Edgar Ohlhauser das Anliegen der Männer in Schwarz und ihre Tradition hat eine lange Geschichte. Obernachtwächter Jürgen Maurer wies in seinem Dank an die Teilnehmer darauf hin, ...
  
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... dass bereits seit 1923 auf dem heimeligen Dilsberg Einheimische wie Besucher von außerhalb gemeinsam ins Neue Jahr starten und wünschte: „Viel Glück und alles Gute für 2020!“ Eine Familie aus Aglasterhausen erzählte Ortsvorsteher Streib, dass sie bereits seit vielen Jahren zur Silvesternacht auf den Dilsberg kommt.
 
Text: boe
Bilder: bz
01.01.2020