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Klänge vom Mittelmeer und mehr durch das Ensemble LaliCante in der Evang. Kirche in Dilsberg
    

Der Name der Gruppe „LaliCante“ war dann im Folgenden auch Programm, da die vier Interpreten auch gesanglich auf höchstem Niveau ihre Gesänge und Instrumentalstücke darboten. Weiter ging es mit einem Liebeslied aus England, bei dem die Gitarre den Gesang begleitete. Dabei ging es inhaltlich um das Flehen der Liebsten an ihren Ehemann, er möge doch endlich nach Hause kommen, was als Thema auch aus heutiger Sicht an Aktualität sicher nichts eingebüßt hat.
   

Gleich zu Beginn überraschte das Ensemble mit einer schottischen Weise, die so gar nichts mit dem angekündigten Titel „Mittelmeer“ zu tun hatte. Erst danach entführten sie das Publikum nach Katalonien mit einem weiteren Stück aus ihrem Repertoire, das sehr umfangreich und vielschichtig war, wie sich an diesem Abend noch herausstellen sollte. Leider hatte der Besucheransturm nicht ganz den Erwartungen entsprochen, was sicher nicht nur am ungünstigen Wetter lag. Vielleicht haben manche Besucher an diesem Abend die Kirche wegen Nebels nicht gefunden oder sind deshalb wieder umgekehrt?
     

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Nachdem sich die Interpreten dann auch noch vorgestellt hatten, gab es selbstverständlich noch eine Zugabe, die die Besucher noch einmal begeisterte, denn ohne ein Schmankerl, das bei einem solchen Konzert nicht fehlen darf und bei dem zum Schluss die Langhalslaute noch zum Einsatz kam, durften die Musiker ihre Instrumente nicht einpacken. Und diese waren an diesem Abend schon außergewöhnlich, neben den klassischen Instrumenten wie Gitarre und Bassgitarre kamen auch Gamshörner, eine Rahmentrommel sowie ein Rigg sowie das seltene und sicher interessanteste Teil, die schwedische Nyckelharpa oder Schlüsselfiedel, wie sie auch genannt wird, zu Gehör.
   

Im Wechsel von Gesang und instrumentaler Darbietung oder auch gemischt, ging das Konzert weiter und zum Abschluss gab es eine Gavotte von Georg Philipp Telemann, bei der eine kleine Flöte dann die Hauptpartie übernahm und dabei außerordentlich brillierte.

Genau zur Witterung passten dann auch die nächsten zwei Vorträge; sie stammten aus Krimiserien aus Birmingham und vermittelten den Besuchern doch etwas unheimliche Stimmung an diesem Abend, wo die Nebel um die Kirche waberten.
   

Ein finnisches Lied schloß sich an, wo es um einen Mann geht, der seine Liebste anschmachtet, sie ihn aber abweist und nichts mehr von ihm wissen will. Interessant war dann auch das nächste Stück, begründet auf einem Abzählreim aus England und von 7 Elstern handelt, von denen jede einzelne ihre Bedeutung hat.
   

In wechselnder Besetzung mit Gesang und interessanten, außergewöhnlichen Instrumenten, wie der Nykelharpa oder dem Gamshorn, ging es weiter im Programm. Außergewöhnlich war dann auch die Musik, die sich anhörte wie ein Kanon, in Wirklichkeit aber das Zusammenspiel dreier einzelner Lieder war, die ganz zufällig harmonisch ineinanderpassten. Ein wahres Meisterwerk, wie man unschwer erkennen konnte, brillant von der Gruppe mit viel Freude und Engagement dargeboten.
   

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Wieder einmal hat die Evang. Kirche in Dilsberg mit ihrer tollen Akustik sowohl Gäste als auch Musiker begeistern können. Und das gibt Mut, die Konzertreihe, die durch den Förderverein der Evang. Kirchengemeinde Dilsberg e. V. organisiert wird, auch im Jahr 2020 mit weiteren interessanten Interpreten fortzusetzen. Und die Planung ist bereits angelaufen.
   

Karin Ullrich-Brox, die 1. Vorsitzende des Fördervereins, dankte für die außergewöhnlichen Klänge in der Kirche recht herzlich allen, die zum guten Gelingen dieses Abends beigetragen haben und lud alle ein, noch eine Weile zu bleiben und mit einem Glas Sekt den Abend ausklingen zu lassen, was dann von vielen Besuchern auch dankend angenommen wurde. Auch die Musiker stießen auf das gelungene Konzert an, nicht aber bevor sie als letzte Zugabe eine Eigenkomposition dargeboten hatten, deren Inhalt von Liebe und Durchbrennen handelt.
    

Wolfgang Überreiter, Bettina Kühn, Frauke Wollek und Ute Überreiter freuten sich, dass sie in der Dilsberger Kirche mit dieser außerordentlich guten Akustik musizieren durften und gaben das Versprechen, dass sie gerne mal wiederkommen würden.
    

Text und Fotos: Bernhard Hoffmann
Förderverein 26. Nov. 2019