Volkstrauertag01
Tag des Gedenkens an alle Opfer von Krieg und Gewalt
17. November 2019
  
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Die diesjährige Gedenkveranstaltung zum Volkstrauertag hatte den Rahmen wie jedes Jahr, die Reden setzten jedoch neue Akzente. Nach einem einführenden Musikstück der Trachtenkappelle Dilsberg hielt erstmalig Ortsvorsteher Streib die Ansprache zu diesem nationalen Gedenktag.
  
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Er hob hervor, dass dies nicht ein Tag der Staatstrauer sei, sondern ein Tag der gemeinsamen Trauer alle Menschen. Er schilderte nicht nur wieviel deutsche Soldaten ihr Leben verloren, welche Völker wieviel Verlust durch die beiden Weltkriege erleben mussten, wieviel Soldaten der Alliierten Kriegsopfer wurden. Er gedachte auch der Opfer in unserem eigenen Land: An die durch den Holocaust umgekommenen Juden, Sinti und Roma und an die im Rahmen der sogenannten Euthanasie ermordeten Mitbürgerinnen und Mitbürger, an diejenigen, die in den Konzentrationslagern und Gefängnissen wegen ihrer politischen Einstellung ihr Leben lassen mussten und an die Soldaten, die in den Kriegsgefangenenlagern umgekommen sind. Dabei betonte er, dass wir erst dann, wenn wir uns bewusst machten, dass hinter den genannten Zahlen einzelne Menschen stünden, den Verlust fühlen könnten.
  
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Aber – so Streib – trauern wir nicht nur um die Toten sondern auch darum, dass Menschen Ihnen das alles angetan haben. Er wies darauf hin, dass wir inzwischen wieder viele Menschen aufgenommen haben, die vor Kriege und Terror fliehen mussten, was in der Folgerung mündete: „Unsere Trauer um die Toten von damals mahnt uns, für die Lebenden zu sorgen. Und sie mahnt uns, uns beharrlich gegen Nationalismus, Verfolgung und Ausgrenzung – egal in welchem Land der Welt – das Wort zu erheben. Wir denken heute an die Opfer von Gewalt und Krieg, an Kinder, Frauen und Männer aller Völker.“
 
Sein Gedenken an die vielen verschiedenen Opfer schloss er ab mit dem Satz: „Unser Leben steht im Zeichen der Hoffnung auf Versöhnung unter den Menschen und Völkern, und unsere Verantwortung gilt dem Frieden unter den Menschen zu Hause und in der ganzen Welt.“
  
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Mit dem Lied „Meine Zeit steht in Deinen Händen“ leitete der gemischte Chor des Sängerbundes, verstärkt durch einige Sängerinnen der Choryfeen, gemeinsam mit dem katholischen Kirchenchor unter der Leitung von Frau Stegmann über zur Ansprache von Frau Pfarrerin Deichel, die für die Kirchengemeinden sprach.
  
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Pfarrerin Deichl stellt die Jahreslosung 2019 der Kirchen in den Mittelpunkt ihrer Ansprache: „Suche Frieden und jage ihm nach“.  „Frieden ist nicht selbstverständlich, er ist sehr zerbrechlich und flüchtig“, war ihre erste Schlussfolgerung aus der Auslegung. Dazu gehört für Sie auch, dass man ein Bild vor Augen haben muss, wonach man sucht. Pfarrerin Deichl wies drauf hin, dass im Psalm, aus dem die Jahreslosung stammt,  der Begriff  „Shalom“ verwendet wird, was so viel bedeutet wie die Sehnsucht nach einer heilen und unversehrten Welt, in der keine Gefahren lauern. Es drückt die Hoffnung auf ein Miteinander der gesamten Schöpfung aus.
  
Aus einem neuen Lied von Udo Lindenberg zitierte sie die Aufforderung: „Komm, wir ziehen in den Frieden!“ Von der Redewendung  „in den Krieg ziehen“ einfach die umgekehrte Aufforderung abzuleiten, beschreibt einen Blickwechsel: Wer in den Frieden zieht, konzentriert sich auf Dinge, die mit dem Frieden zusammenhängen und den Frieden ausmachen. Pfarrerin Deichl sieht in diesem veränderten Blick eine neue Kraftquelle. Dass wir diese Kraftquelle auch finden können ist uns sicher durch den Kontakt mit Gott. Sie schloss ihre Ansprache mit den Worten: „Das Lied lädt uns ein, mitzuarbeiten an einer Welt, in der die Menschen den Krieg hinter sich lassen und in den Frieden ziehen. Die Unterstützung Gottes haben wir dafür.“
An eine Fürbitte, mit dem für die vom Krieg gezeichneten Menschen, für die  Vermissten und Gefallenen, für die Opfer des Widerstandes und aller Kriege und Gewalttaten gebetet wurde, schloss sich das gemeinsame „Vater unser“ an.
  
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Der Choral „Verleih uns Frieden..“, vorgetragen von der Chorgemeinschaft, stellte einen eindrücklichen Übergang zum Totengedenken dar: Als der Ortsvorsteher es vortrug, senkten sich die Fahnen  von Kyffhäuserbund, Turnerbund und Schützenverein.
  
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Das Lied vom gefallenen Kameraden, vorgetragen von Trompeten der Trachtenkapelle, trugen zu einer besonderen Würde dieses Teil der Feier bei.  
Mit seinen abschließenden Worten dankte Ortsvorsteher Streib allen Beteiligten an dieser Gedenkfeier und nahm noch unmittelbaren Bezug zu unserem Ortsteil, in dem er appellierte: „Ich wünsche uns allen auch in diesem Jahr wieder, dass wir hier in unserem Umfeld in Dilsberg und Umgebung mit all unseren persönlichen Möglichkeiten dazu beitragen, Friede, gegenseitiges Verständnis und Mitgefühl in unserer Gemeinde weiter zu erhalten und - wo es Probleme gibt – mit all unseren persönlichen Kräften dazu beitragen, dass wieder Frieden unter den Beteiligten eintritt.“
   
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Mit seinen abschließenden Worten dankte Ortsvorsteher Streib allen Beteiligten an dieser Gedenkfeier und nahm noch unmittelbaren Bezug zu unserem Ortsteil, in dem er appellierte:
„Ich wünsche uns allen auch in diesem Jahr wieder, dass wir hier in unserem Umfeld in Dilsberg und Umgebung mit all unseren persönlichen Möglichkeiten dazu beitragen, Friede, gegenseitiges Verständnis und Mitgefühl in unserer Gemeinde weiter zu erhalten und - wo es Probleme gibt – mit all unseren persönlichen Kräften dazu beitragen, dass wieder Frieden unter den Beteiligten eintritt.“
  
Text: Walter  Berroth
Bilder: Rupert Dworschak
21.11.2019