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Ja zum Feuerwehrhaus, Nein zu den Kosten
Gemeinderat brachte Millionenprojekt im Stadtteil Dilsberg auf den Weg.
Kosten sollen aber noch weiter reduziert werden
30. Januar 2018
 
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Dass der Dilsberg ein neues Feuerwehrhaus benötigt, stand außer Frage. Die bisherige kleine Unterkunft im Erdgeschoss des historischen Rathauses in der Bergfeste genügt schon seit Jahren weder den Ansprüchen einer modernen Feuerwehr noch den Vorschriften. Doch was darf das neue Zuhause der Wehr kosten? Diese Frage blieb in der zurückliegenden öffentlichen Sitzung des Gemeinderates offen. Das Gremium brachte das Vorhaben zwar einstimmig auf den Weg, sodass eine Bauvoranfrage formuliert werden kann und Zuschussanträge gestellt werden können. Es forderte aber für eine endgültige Zustimmung eine weitere Reduzierung der auf 2,46 Millionen Euro geschätzten Kosten.
   
Nach jahrelanger vergeblicher Suche eines geeigneten Standorts für den Neubau soll das neue Feuerwehrhaus auf einem städtischen Grundstück am Alten Hofweg zwischen den Ortsteilen Dilsbergerhof und Neuhof entstehen. Bürgermeister Frank Volk betonte, dass die aktuelle Planung des beauftragten Architekturbüros "Sternemann und Glup" aus Sinsheim nach ersten Forderungen aus dem Gemeinderat bereits verkleinert worden sei. Das Vorhaben sei mit der Feuerwehr und dem Kreisbrandmeister abgestimmt und zuschussfähig - man rechne mit einer Förderung von 175.000 Euro. Der Bauantrag solle im Februar oder März gestellt werden.
 
Architekt Volker Sternemann berichtete von mehreren Gesprächen mit Verwaltung und Feuerwehr, bei denen Einsparpotenziale aufgedeckt werden sollten. So sei die Zahl der Fahrzeugstellplätze und Rolltore bereits von vier auf drei zurückgefahren worden. Außerdem seien die Fahrzeughalle verkürzt sowie die Flächen bei Sanitär-, Umkleide- und Schulungsräumen reduziert worden. Das Grundkonzept mit einer eingeschossigen Fahrzeughalle als Stahlkonstruktion und mit einem zweigeschossigen Feuerwehrhaus in Massivbauweise bleibe erhalten. Das Gebäude sei für 62 Personen - 54 Männer und acht Frauen - ausgelegt, aktuell hat die Feuerwehr 30 aktive Männer, fünf Frauen sowie 15 Jugendliche. Es seien 26 Autostellplätze für Einsatzkräfte vorgesehen. Zu den geschätzten Kosten von 2,46 Millionen Euro komme eventuell noch der Ausbau des Alten Hofwegs als Zufahrt sowie Grunderwerbs-kosten.
   
Zu den vorgeschriebenen Mindestflächen sagte Architekt Sternemann, dass rund ein Quadratmeter pro Person viel zu wenig sei. Die Feuerwehrleute müssten schließlich von der Privat- in die Einsatzkleidung wechseln. Außerdem gab er zu bedenken, dass im neuen Dilsberger Feuerwehrhaus auch Dienstleistungen für die Abteilung Stadt der Feuerwehr erbracht werden sollen: Statt in Heidelberg soll die Einsatzkleidung künftig auf dem Dilsberg gewaschen und imprägniert werden. "Wir sind aber bemüht, die Kostenschraube noch weiter nach unten zu drehen", sagte Sternemann. Eine reine Flächenreduzierung spare aber nicht automatisch Kosten, sondern führe zu einer aufwendigeren Konstruktion.
  
Der städtische Immobilienmanager Franz-Georg Scheffczyk erinnerte daran, dass die Größe des Gebäudes im Vergleich zur ersten Planung schon deutlich reduziert worden sei. Die Kosten seien schon von 2,9 auf 2,5 Millionen Euro gesunken. Auch er sah aber noch weiter Luft nach unten: So sei der Funkraum mit 24 Quadratmetern doppelt so groß wie vorgeschrieben, der Raum zur Lagebesprechung habe 26 statt 15 Quadratmeter und der Lehrmittelraum sei mit 17 Quadratmetern fast dreimal so groß wie gefordert. Scheffczyk empfahl eine Bauvoranfrage, um abzuklären, ob der Alte Hofweg als Zufahrt geeignet ist und ob das Bauvorhaben im Außenbereich überhaupt möglich ist. Ein Feuerwehrhaus sei ein privilegiertes Vorhaben, meinte Bürgermeister Volk dazu: "Wir haben außerdem keinen anderen Platz in Dilsberg - es ist das einzige mögliche Grundstück für ein Feuerwehrhaus, das sich in städtischem Eigentum befindet." Alle anderen denkbaren Flächen würden im Landschaftsschutzgebiet liegen. "Wir werden alles tun, um schnell eine Genehmigung zu bekommen", kündigte Volk an.
Text: Christoph Moll RNZ 30.01.2018
Bilder: Burkhard Zantopp
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