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Musikalische Aushilfsphase dauert bereits 20 Jahre
Zum Dirigentenjubiläum von Walter Nußko ein Frühlingskonzert mit Freunden
1. April 2017
 
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Musik, das ist sein Leben! Walter Nußko ist seit über 40 Jahren Dirigent und seit 20 Jahren beim Musikverein Trachtenkapelle Dilsberg. Ein besonderes Jubiläum, das er mit Freunden, Wegbegleitern und Musik feiern wollte, deshalb stand das Frühlingskonzert unter dem Motto „Ich lad´ mir Freunde ein“. Begleitet von großem Applaus betraten Musiker und Dirigent in der Graf Lauffen-Halle die Bühne. Nußko versprach, seine Gäste jeweils auf dem Instrument zu begleiten mit dem sie auftraten und zündete zusammen mit seinen Dilsberger Musikern ein Feuerwerk an bester Unterhaltungsmusik. 
   
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Mit der „Amtsgerichts-Polka“ und bayrischer Gemütlichkeit eröffneten die Musiker das Konzert. „Freunde, Erinnerung und Dank bekommen heute eine neue Bedeutung.“, stellte Vorsitzender Reinhard Greulich fest, der unterhaltsam und informativ durch das Programm führte und an den Herbst 1997 erinnerte, wo er telefonisch vom überraschenden Rücktritt des damaligen Dirigenten erfuhr. Den Hörer noch in der Hand sah er seinen Nachbarn, ein ausgebildeter Dirigent ohne aktuelles Dirigat, auf dem Weg zum Zigarettenautomaten und passte ihn ab.
   
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Nußko hatte jedoch andere Pläne, wollte lieber als Musiker aktiv sein. Doch Greulich ließ nicht locker und konnte ihn erwärmen zumindest für eine zeitlich begrenzte Zeit einzuspringen. Eine Aushilfsphase, die inzwischen 20 Jahre andauert. Fragt man Nußko nach den Anfangszeiten gibt er zu, dass er sich wunderte warum die Kapelle viel „modernes Zeug“ im Repertoire hatte. „Doch wie die gespielt haben, da war Potenzial da und ich sofort Feuer und Flamme.“, schwärmt er noch heute. Im Schnitt bleiben Dirigenten selten länger als 7 Jahre, schon allein deshalb zeugt eine 20 jährige „Aushilfszeit“ von großer Harmonie und der Vorsitzende spricht von einem Glücksgriff.
   
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Ein herzliches Willkommen galt Bürgermeister Frank Volk, Ortsvorsteher Bernhard Hoffmann, Verbandsdirigent Dennis Nußbeutel sowie der ehemaligen Pfarrerin Dr. Sabine Bayreuther und dem früheren Ortsvorsteher Stefan Wiltschko.
   
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Der Vorsitzende versprach dem Publikum ein Konzert mit Einblicken in die vielfältige Beherrschbarkeit der Instrumente und bekundete zusammen mit seiner Gesangspartnerin Yvonne Kloß  „Meine große Liebe ist die Musik“.
   
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An die Verbindung zu Musikern der US Army Band erinnerte der „Dixieland Jam“, bei dem mit Andreas Link, Dorothea Jacobs, Moritz Kaiser, Hans-Walter Ziegler, Günther Ohlhauser und Walter Nußko sechs Musiker im Mittelpunkt standen, die mit ihrer großen Spielfreude und viel Swing begeisterten.
   
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Mit ihrer ausdrucksvollen Stimme bezauberte einmal mehr Anna Briesnitz und dem Lied „Run“. Ein emotionales, ruhiges Stück, bei dem sie gemeinsam mit der Kapelle das Publikum bewegte. Mit seinen Gästen aus Motala, Schweden und Los Angeles griff Nußko zur Trompete und spielte die „Bodenseepolka“. Das Intro begleitet von Kuhglocken versetzte die Besucher stimmungsvoll ins Allgäu.
   
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Der Vorsitzende stellte die beiden Freunde mit der weitesten Anreise vor. Claes Tilly, Musiklehrer und Profimusiker lernte man 2002 kennen. Während seines Aufenthalts im Kommandantenhaus schaute er beim MV vorbei und spielte in den Proben mit. Seitdem fanden zwei Besuche in Schweden statt und zweimal besuchten die schwedischen Musiker den Dilsberg. Zusammen mit seiner Frau Lena trat Tilly die 1.500 km lange Reise an und stellte fest: „Wir haben uns jetzt einige Jahre nicht gesehen, aber für wahre Freundschaft spielt das keine Rolle.“ Flügelhornist Reinhold Bauer von der Deutsch-Amerikanischen-Blaskapelle lernte über seinen Musikerkollegen Fred McCall die Dilsberger kennen und besuchte sie inzwischen mehrfach. „20 Jahre sind eine lange Zeit, mit viel Arbeit im Hintergrund.“, stellte er fest und berichtete: „Die Dilsberger Trachtenkapelle ist in Südkalifornien ganz berühmt, wir schauen eure Konzerte im Internet.“ Beide Musiker hatten erst am Vorabend das Programm erfahren und spontan zugesagt das komplette Konzert mitzuspielen - zwei Profis eben.
   
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Für „Jetzt geht´s los“ griff Michael Roth noch einmal zur Klarinette und ließ sein Können erklingen. Der Dirigent hatte ihn stellvertretend für die ältere Musiker-Generation mit Karl Ohlhauser, Kurt Heger und Werner Erles eingeladen, die nicht mehr aktiv mitspielen und begleitete ihn bei der Klarinettenpolka. Bürgermeister Frank Volk stellte in seinem Grußwort fest: „Es ist wieder mal ein Genuss zuzuhören. Schön, wenn ein Provisorium so lange dauert.“ Und Ortsvorsteher Bernhard Hoffmann ergänzte: „Das Provisorium ist ein Glücksfall für den Musikverein und den Dilsberg.“
   
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Zum Abschluss des ersten Teils war „Die Teufelszunge“ ein Bravourstück für zwei teuflisch gute Trompeter, Andreas Link und Ralph Ziegler begeisterten restlos und wurden mit Standing Ovations belohnt.
   
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Ein Beitrag mit Biss eröffnete den zweiten Teil, ein Medley aus „Tanz der Vampire“, dem erfolgreichsten Musical. Die Gefahren und Verlockungen der Blutsauger war ein Fall für gute Stimmen und die hat der Musikverein neben guten Musikern ebenfalls in seinen Reihen, Anna Briesnitz und Vera Ohlhauser sowie Karim Choukair entführten in die Welt der Unsterblichkeit.
   
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Die böhmische Musik hat Dirigent Nußko geprägt, deshalb gebührte an diesem Abend der Polka ein größerer Stellenwert. Wenn es sich dabei noch um Liebe und Herzschmerz dreht ist das Gesangsduo Yvonne Kloß / Reinhard Greulich gefragt und die „Böhmische Liebe“.
   
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Kurzfristig musste ein Gast absagen, kein Problem für Nußko, der stolz bekannte: „Ich habe wahnsinnig gute Musiker hinter mir sitzen.“ Kurzerhand sprang Hans-Walter Ziegler ein und lies seinen Dirigenten bei „Fröhliche Tenoristen“ nicht allein auf der Bühne stehen. Wer kennt nicht das charakteristische Geklapper von „The Typewriter“? Klarinettistin Dorothea Jacobs gab den Rhythmus vor und brachte Walter Nußko zusammen mit Beate Oemler an der Schreibmaschine ganz schön ins Schwitzen.
   
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Als Höhepunkt zum Abschluss eines großartigen Konzerts, bei dem die Musiker immer wieder mit diversen Solis überzeugten, bewegte die Musik von Michael Jakson und Lionel Richie „We are the World“, glänzend interpretiert von der Trachtenkapelle und gesanglich dargeboten von Anna Briesnitz und Karim Choukair.
   
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Lang anhaltender Applaus ließ die Musiker nicht ohne Zugabe von der Bühne gehen und passend zum Motto des Abends erklang mit den Solisten Kurt Fuchsenthaler am Tenorhorn und Trompeter Andreas Link „Von Freund zu Freund“.
   
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Seinen besonderen Dank richtete der Vorsitzende an alle Auftretenden, Gästen und Musikfreunden, insbesondere dem Küchenpersonal vom Sportschützenverein, dem Barteam und Arne Briesnitz, der für Ton und Technik zuständig war.
   
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Zu später Stunde nahm die Trachtenkapelle Mückenloch auf der Bühne Platz und sorgte mit ihrem Swing unter der Leitung von Karlheinz Dorner für einen gelungenen Abschluss.
   
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Auch sie hatten einen Gast mitgebracht, Carl Crawford genannt „Shorty“, der mit sonorer Stimme und bekannten Songs wie „Diana“, Oh Happy Day“ und „Just Walkin‘ in the Rain“ aufhören ließ.
   
Text: boe
Bilder & Film: bz
© www.dilsberg.de   02.04.2017
 Kleine Kostprobe aus der zweiten Hälfte des Konzertes.