Burgfest2015 01
Der Ortsvorsteher rief – und fast alle Vereine kamen
20. Februar 2017
 
Am Montag den 20. Februar trafen sich auf Einladung des Ortsvorstehers ein Großteil der Dilsberger Vereine in der „Linde“, um Vorschläge für eine Neuorganisation von Burgfest und Weihnachtsmeile kennenzulernen und zu diskutieren. Die 42 anwesenden Vereinsvertreter und Ortschaftsräte demonstrierten ein Interesse, wie es schon lange nicht mehr auf dem Dilsberg zu erleben war.  
 
Nach der Begrüßung durch Ortsvorsteher Hoffmann stellte zunächst der gastgebende Wirt, Frank Nuscheler das Konzept seines Hauses vor und lud dazu ein, mit Gruppen bei ihm zu unterschiedlichen Anlässen zu tagen oder zu feiern.  

Dann stellte der Vorsitzende des Fördervereins der Freiwilligen Feuerwehr Dilsberg, Uwe Rupp das mit Spannung erwartete Konzept für eine Neuausrichtung des Burgfestes vor. Er analysierte aus seiner Sicht, das mangelnde Interesse der Vereine an dem Fest:
-       Die Vereine verfügen heute nur noch über wenige Mitglieder die bereit sind, bei einem solchen Fest mitzuwirken.
-       Ein solches Fest stellt ein hohes Kostenrisiko dar, das kaum ein Verein sich alleine tragen getraut.
-       Die bisherige Konzeption der Veranstaltung spricht nur einen eingeschränkten Personenkreis an.  
 
Eine mögliche Lösung für die benannten Probleme sah Rupp darin, dass das Fest von allen Vereinen gemeinsam ausgerichtet wird. So sollen Doppelungen und Überschneidungen vermieden werden (es gibt beispielsweise nur einen Bratwurst- und einen Bierstand) und der Einsatzumfang der einzelnen freiwilligen Helfer kann individuell gestaltet werden. Das bedeutet: Gemeinsame Organisation des Festes als Fest aller Vereine. So werden sowohl Risiko als auch Gewinn auf die Vereine aufgeteilt. Verteilungskriterium für die beim Fest erzielten Gewinne sind die von den einzelnen Vereinsmitgliedern eingebrachten Arbeitsstunden, wobei diese von der jeweils tätigen Person auch auf mehrere Vereine verteilt werden können.
Burgfest2015 02 Beispiel: Fridericus Dilsbergensis ist sowohl Mitglied im Turnerbund als auch im Schützenverein und im Förderverein der Feuerwehr. Er hilft beim Burgfest am Freitag drei Stunden bei der Installation des Getränkewagens, zapft am Samstag vier Stunden lang Bier und fährt am Montag zwei Stunden lang Material ab.
 
Beim Fest wurde ein Gesamtgewinn von 4000 Euro gemacht. Die freiwilligen Helfer haben insgesamt 800 Arbeitsstunden geleistet. Somit wurde pro geleisteter Arbeitsstunde ein Gewinn von 5 Euro erzielt.
 
Fridericus Dilsbergensis will den von ihm erzielten Gewinnanteil in Höhe 9 Stunden à  5 € = 45 € auf alle drei genannte Vereine aufgeteilt sehen. So erhalten Turnerbund, Schützenverein und Feuerwehr auf Grund der von ihm geleisteten Arbeit je 15 Euro Gewinn gutgeschrieben.
Dieses Konzept, das z.B. in anderen Gemeinden wie Eschelbronn bereits gefahren wurde, fand vor allem bei den mitgliederstärkeren Vereinen wenn auch manchmal zurückhaltende Zustimmung. Die kleineren Vereine betonten, dass sie aufgrund ihrer bescheidenen Mitgliederzahlen und dem hohen Altersdurchschnitt der Mitglieder kaum sog. Manpower werden stellen können. Einig war man darin, dass ein solches Konzept wesentlich von einem guten Management abhängt, wobei Ortsvorsteher Hoffmann betonte, dass er aus unterschiedlichen Gründen als Obermanager nicht mehr zur Verfügung stehe.
 
Mit einem Apell auch Bürger ohne Vereinsmitgliedschaft zu einem gemeinsamen Tun zu motivieren bzw. der Erwartung dass jeder Verein einen, wenn auch vielleicht nur kleinen Beitrag zu einem gemeinsamen Dorffest leistet, wurde die weitere Diskussion, die dann konkreter werden sollte, um sechs bis acht Wochen vertragt. Uwe Rupp sicherte zu, bis dahin das Konzept schriftlich vorzulegen.
 
Meile201 01
Beim nächsten Tagesordnungspunkt, der Weihnachtsmeile war dann aber kein Konsens mehr vorzufinden. Uwe Rupp schlug im Namen der Feuerwehr und deren Freundeskreis vor, die Weihnachtsmeile auf den Dritten Advent zu verlegen und nur noch einen Teil der oberen Straße, dafür aber den Burghof mit einzubeziehen. Dabei kam es unter den Vereinsvertretern zu höchst unterschiedlichen, ja vollkommen konträren Einschätzungen über die bisherige Qualität der Weihnachtsmeile: Während die einen die von vielen geschätzte romantische Atmosphäre priesen und darauf hinwiesen, dass im letzten Jahr die Stände z.T. ausverkauft waren, erklärten andere die Weihnachtsmeile in der bisherigen Form für tot, weil das Potenzial, das solch ein Markt bietet, nicht ausgeschöpft werde. Der unbedarfte Zuhörer konnte sich nicht vorstellen, dass die jeweils unterschiedlich Plädierenden die gleiche Veranstaltung besucht hatten.
 
Als Argumente für die zeitliche Verlegung wurden angeführt: Am zweiten Advent ist auch Weihnachtsmarkt in Neckargemünd. Das nimmt Besucher und vor allem stehen die städtischen Buden nicht zur Verfügung, was zur Einschränkung der Angebote führt.
Gegenargumente waren: Am Dritten Advent kaufen die Besucher kaum noch Weihnachts- und erst recht nicht Adventsware. An diesem Termin ist der Weihnachtsmarkt in Langenzell, der bewusst nicht mit dem Dilsberger Markt kollidieren sollte.
Schließlich kam noch die Idee auf, dass man gemeinsam mit den Mückenlochern auf den ersten Advent gehen könne, da die beiden Märkte sich nichts wegnähmen. Als Ergänzung wurde noch eingebracht, dass mehr auswärtigen Anbieter gewonnen werden sollten, was die Vielfalt des Angebots und damit die Attraktivität der Meile erhöhen würde.
  
Meile201 02 Auch der Vorschlag zur räumliche Verlegung fand keine eindeutige Mehrheit: Während die einen die Lücken in der bisherigen Meile für imageschädlich hielten, beschworen die anderen die Möglichkeit aus den vorhandene Gebäuden heraus Angebote zu machen, was im Burghof schlechterdings möglich ist.  
 
Schließlich wurde das Thema Weihnachtsmeile auf die nächste Zusammenkunft vertagt. Bis dahin soll nachgefragt werden, ob zu einem anderen Termin tatsächlich mehr Neckargemünder Buden zur Verfügung stehen und ob sich die Mückenlocher einen gemeinsamen Termin am ersten Advent vorstellen können.
 
Ortsvorsteher Hoffmann nützte noch die Gelegenheit, die Vereinsvertreter auf einige für sie wichtigen Termine und Chancen hinzuweisen:
 
-       Er bat um Rückmeldung, ob ein Verein am 2. April in der Zeit zwischen 13 und 15 Uhr die Bewirtung für die in dieser Zeit stattfindende Wandersaisoneröffnung des Neckarsteigs im Burghof übernehmen könnte.

-       Am 8. Juli  findet in Neckargemünd das von den örtlichen Vereinen und Organisationen zu gestaltende Altstadtfest statt. Die Infrastruktur übernimmt die Stadt. Es sollen keine Standgebühren erhoben werden. Die Vereine sind aufgefordert, sich dort mit Ständen u.ä. zu engagieren.

-       Eine weitere Einnahmequelle für Vereine ergibt sich aus der relativ hohen Anzahl an Trauungen auf dem Dilsberg, für die jeweils kleine Stehempfänge nachgefragt werden. Bisher übernimmt der Bewirtung der Förderverein der Evang. Kirchengemeinde, der aber in keiner Weise eine Monopolstellung einnehmen möchte.
 
Abschließend stellte Hoffmann noch die beiden Presse-Damen vor, die zukünftig die bisher von Beate Oemler und Burkhard Zantopp verantwortete Berichterstattung für den Dilsberg übernehmen. Es sind dies: Sarah Rondot als Textredakteurin und Lana Schneider als Bildredakteurin.
  
Nach fast drei Stunden Diskussion gingen die Teilnehmer auseinander. Bleibt zu hoffen, dass bei der nächsten Besprechung ein vergleichbar großes Interesse der Vereine wieder vorzufinden sein wird.
 
Text: Walter Berroth
Bilder: bz
22.02.2017