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Die neuen Straßenlaternen sind den Dilsbergern zu dunkel
Straßenbeleuchtung wird auf LED-Technik umgestellt - Stadtwerke führen Klima- und Umweltschutz an
16. November 2017
  
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Derzeit wird die Straßenbeleuchtung in allen Neckargemünder Stadtteilen umgestellt. Bis 2019 sollen 1400 von insgesamt 1800 Laternen ausge-tauscht werden. Auf dem Dilsberg werden bereits einzelne Straßen mit den neuen LED-Lampen erleuchtet - und die kommen gar nicht gut an.
 
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"Auf meiner Straßenseite kommt gar kein Licht mehr an", berichtet ein RNZ-Leser, der im Bildsacker wohnt, wo bereits die neuen Lampen im Einsatz sind. Und offenbar ist er nicht der einzige, der unzufrieden ist: "Bei mir sind schon mehrere Beschwerden eingegangen", so Ortsvorsteher Bernhard Hoffmann auf RNZ-Nachfrage. Den Dilsbergern sind die neuen Lampen zu dunkel. "Das fördert Einbrecher", befürchten manche. Zwei junge Frauen sagen: "Das ist unheimlich." Das Licht würde nur noch auf der Gehwegseite ankommen, auf der auch die Straßenlaternen stehen.
   
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Direkt unter den Masten würde das grelle Licht blenden und zwischen den einzelnen Masten seien immer wieder unbeleuchtete Abschnitte. Ortsvorsteher Hoffmann nimmt die Beschwerden ernst. "Ich habe mir schon einige Straßen mit den neuen Lampen angeschaut", sagt er. Dabei seien ihm auch manche dunkler als vorher vorgekommen. Hoffmann: "Das ist ein ganz anderes Licht." Gleichzeitig betont der Ortsvorsteher aber auch: "Es ist nicht Aufgabe der Straßenbeleuchtung, die Einfahrten zu beleuchten." Dies sei zwar vorher der Fall gewesen, nun aber eben nicht mehr.
 
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Die gleiche Aussage ist auch von Ellen Frings zu hören. Die Sprecherin der Neckargemünder Stadtwerke, die für die Straßenbeleuchtung zuständig sind, hält zudem fest: "Die Vorgaben zur Straßenbeleuchtung sind in einer DIN-Norm geregelt - und die wird eingehalten." Die Beleuchtungsstärke werde für jede Straße einzeln errechnet. Mit den neuen Laternen soll vor allen Dingen der Umweltschutz vorangetrieben werden. Wie Frings erklärt, investieren die Stadtwerke dafür 400.000 Euro. Da eine neue LED-Lampe 70 Prozent weniger Energie verbraucht als die alten Quecksilberdampflampen, amortisiert sich die Investition in sieben bis acht Jahren. Wenn alle 1400 neuen Laternen installiert sind, verbraucht Neckargemünd jedes Jahr 450.000 Kilowattstunden weniger Energie - das bedeutet, dass 270 Tonnen Kohlenstoffdioxid eingespart werden.
   
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Frings hebt aber noch einen anderen Aspekt hervor: Lichtverschmutzung. Denn dass die neuen Laternen ein anderes Licht geben, hänge weniger an der LED-Technik. Vielmehr sei die Strahlung so eingestellt, um den Nachthimmel vor Lichtverschmutzung zu schützen. "Das neue Licht ist nach unten gerichtet und strahlt nicht nach oben weg", so Frings. Nachtaktive Insekten würden dadurch weniger gestört.
  
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Doch Insekten- und Klimaschutz hin oder her: Die Beschwerden der Dilsberger sind auch bei den Stadtwerken angekommen. "Wir stehen mit den Ortschaftsräten in Kontakt und nehmen auch gerne Anregungen der Bürger auf", sagt Frings. "Denn in einzelnen Fällen kann es tatsächlich erforderlich sein, die Technik noch einmal nachzujustieren." Denn nicht alle Straßen seien gleich, die Einstellung der Lampen sei etwa abhängig von Steigungen oder Kurven. Wer also eine Stelle als zu dunkel empfinde, solle diese den Stadtwerken per E-Mail melden an info@stadtwerke-neckargemuend.de
  
Siehe auch Bericht in der RNZ

Text: Anja Hammer RNZ
Bilder: bz
17.11.2017

Kommentare  

# Neue StraßenlaternenBurkhard 2017-11-17 10:51
Im Bannholzweg wurden die meisten Lampen vor Wochen ausgewechselt, wir haben uns an das neue Licht gewöhnt und finden es inzwischen richtig gut. Das Licht kommt da an wo es auch hingehört, nämlich auf der Straße und nicht in den Gärten und Vorplätzen. Einige alten Lampen waren sogar einseitig angemalt, bzw. abgedunkelt, weil diese mehr in die Fenster als auf die Straße geleuchtet haben. Es ist jetzt kein gelbes sondern ein sehr schönes neutrales Licht. Bei größeren Abständen der Laternen gibt es natürlich dunkle nicht beleuchte Abschnitte, aber dies war bei den alten Laternen auch nicht anders, hier war nur der Übergang von Hell ins Dunkel etwas weicher und hörte nicht so hart auf wie bei den neuen LED Lampen, aber hier gewöhnt man sich schnell dran. Das Wichtigste ist natürlich die 70% der Energieeinsparung und Schutz der Umwelt.
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