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Kinder fordern uns heraus
  
17. Oktober 2017

   
Im Rahmen der Vortragsreihe des Fördervereins der ev. Kirche Dilsberg referierte und diskutierte Herr Fritz Butzke, Heilpädagoge, Lehrer und Leiter der Stephen Hewkings Schule, über die heutige Situation der Kindererziehung. Er wurde unterstützt von Frau Leutz, seiner ehemaligen Schülerin, die eine Ausbildung zur Heilpädagogin und Erziehungshilfe macht.
 
Der erste Satz war ein Goethe-Zitat: „Zwei Dinge sollen Kinder von ihren Eltern bekommen: Wurzeln und Flügel.“ Über diesen Spruch entstand die erste Diskussion. Sind Wurzeln und Flügel angeboren oder werden sie anerzogen.
  
Die nächste Aussage war: Dilsberg ist ein Ort der Glückseligkeit, er gibt Schule, Vereine, Natur. Kinder haben es gut! Trotzdem gibt es Problemkinder. Durch die heutige gesellschaftliche Struktur sind Eltern und Lehrer teilweise überfordert und verunsichert. Eltern sind durch Berufstätigkeit gestresst, Großeltern verwöhnen zu viel, Beratungsstellen sind überfüllt. Eigentlich müsste es eine Elternschule geben.
  
Es werden fünf Beispiele für „auffällige“ Kinder vorgetragen; die entsprechenden Hilfen gelten natürlich für alle Kinder: es geht um klare Strukturen und Rituale, wie gemeinsames Essen, Gespräche, Zeit und Geduld. Physisch behinderte Kinder brauchen Forderung und Förderung ihrer Begabung. Ein schüchternes Kind kann z.B. durch Gesellschaftsspiele aus der Reserve gelockt werden. Flüchtlingskinder ohne deutsche Sprachkenntnisse werden extra gefördert z.B. durch Spiele. Eltern sollen von sich aus auf die Schule zugehen, ihr spezielles Anliegen vorbringen und um Hilfe bitten.  
 
Frau Leutz informierte die Zuhörerschaft anhand von einem Mobile über „systemische Therapie“. Dort geht es um das Zusammenspiel verschiedener Faktoren wie Familie, Bildungsmöglichkeit, soziale Umwelt, Persönlichkeit. In der Psychotherapie geht es heute mehr um Verhaltenstherapie als um Tiefenpsychologie.
 
Am Schluss wurde noch auf die einmalig gute schulische Situation in Neckargemünd hingewiesen, denn anhand vom Grundgesetz hat jeder Mensch einen Anspruch auf Bildung.
 
Nach diesem Vortrag bedankte sich die Vorsitzende des Fördervereins, Frau Ullrich-Brox, bei den Vortragenden mit einer Flasche Wein. Das war aber noch nicht das Ende des Abends. Es wurde natürlich noch heftig über das Vorgetragene diskutiert.  
 
Text: Annegret Boehner
Bilder: Bernhard Hoffmann
26.10.2017

  
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